Szene 1: Die Schöpfung (1. Mose 1,1–25)
Schauplatz: Himmel und Erde
Personen: Gott der Vater, [Gott] der Sohn, [Gott] der Heilige Geist
Als sich der Vorhang hebt, sehen wir diese Worte, unberührt von den Zeiten: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ (1. Mose 1,1). In diesen wenigen einfachen Worten finden wir die biblische Aussage über den Ursprung des Universums.
Es gab eine Zeit, in der die Welt nicht existierte. Die Wissenschaft sagt uns, dass alles einen Anfang hat, und versucht zu erklären, worin dieser Anfang besteht. Die Bibel sagt, dass Gott Himmel und Erde ins Dasein sprach und sie „durch sein mächtiges Wort trägt“ (Hebräer 1,3). Theorien darüber, wie Gott das Universum erschaffen hat und wie lange es dauerte, mögen unterschiedlich sein, doch die Wahrheit dieser großen Tatsache bleibt bestehen.
Die Bedeutung der Schöpfungsgeschichte
Viele Menschen neigen dazu, Gott als Schöpfer zu überspringen, um zum „eigentlich Interessanten“ zu kommen. Dennoch ist es wichtig, die Schöpfungserzählung nicht als selbstverständlich anzusehen. Das Buch Genesis brachte der antiken Welt eine revolutionäre Botschaft.
Vor etwa 3.500 Jahren glaubten die Sumerer, Babylonier, Hethiter, Kanaaniter und Ägypter alle an viele Götter. Sie erzählten Geschichten darüber, wie ihre Hauptgötter aus chaotischen Urwassern hervorgingen, die Macht über Magie erlangten, miteinander heirateten, Götterkinder hatten und gewaltsame Kriege untereinander führten. Die Schöpfungsmythen vieler dieser Kulturen (wie Sumer und Babylon) erklärten, dass Himmel und Erde aus dem toten Körper eines besiegten Gottes entstanden – die Flüsse flossen aus seinem zerquetschten Schädel. Die Götter hinter der Natur – Sonne, Mond, Sterne, Berge, Flüsse, Stürme – sollten verehrt werden.
Im Gegensatz dazu geht Genesis davon aus, dass wir nicht weiter zurückgehen können als bis zu Gott. Es wird nicht versucht zu erklären, woher Gott stammt, denn Gott hat keinen Anfang. Es gibt keinen kosmischen Krieg vor Gottes Schöpfungshandeln, denn in der Schöpfung hat Gott keinen Ebenbürtigen oder Rivalen. Genesis kehrt diese anderen Erzählungen um, indem sie zeigt, wie Gott ruhig und bewusst das Universum erschafft. Für die Menschen zur Zeit der Abfassung von Genesis (und auch für uns!) ist die Botschaft klar: Der Gott der Bibel ist der einzig wahre Gott. Er allein ist allmächtig und ewig …
Der Gott der Bibel
Wer ist dieser Gott, der in den ersten 31 Versen von Genesis so oft erwähnt wird? Überraschenderweise lehrt die Bibel keinen einfachen Monotheismus im Sinne eines isolierten Einzelgottes. In Johannes 1,1–3 und Hebräer 1,2 sehen wir die erstaunliche Wahrheit: Derjenige, der uns durch sein kostbares Blut erlöst hat, unser Retter, ist der Schöpfer dieses Universums! Darüber hinaus lehrt die Bibel, dass der eine wahre Gott eine dynamische Persönlichkeit in Beziehung ist: Vater, Sohn und Heiliger Geist. In 1. Mose 1,2 sehen wir, dass neben dem Vater und dem Sohn auch der Heilige Geist anwesend war und an der Schöpfung beteiligt war.[1]
[1] Taylor, Bayard & Gary S. Greig. 2011. Founders of Our Faith: Genesis through Deuteronomy: From Creation to the Promised Land. (What the Bible is All About: Bible Study Series). Ventura, CA: Gospel Light.